Die wichtigsten rechtlichen Verfahren zum Kauf von Farmen in Frankfurt am Main, Deutschland

Tipps und Empfehlungen
9. Feb 2026 02:54:54
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Die wichtigsten rechtlichen Verfahren zum Kauf von Farmen in Frankfurt am Main, Deutschland

Einleitung

Der Kauf einer Farm in Frankfurt am Main, Deutschland, ist ein komplexer Prozess, der eine sorgfältige Beachtung verschiedener rechtlicher Verfahren erfordert. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten rechtlichen Aspekte, die Käufer beachten müssen, um einen reibungslosen und rechtssicheren Erwerb zu gewährleisten. Dabei werden sowohl bundesweite als auch landesspezifische Regelungen berücksichtigt, die für den Kauf von landwirtschaftlichen Flächen in Hessen relevant sind.

1. Vorprüfung und Due Diligence

Bevor ein Kaufvertrag unterzeichnet wird, ist eine umfassende Vorprüfung (Due Diligence) unerlässlich. Diese umfasst:

Grundbuchauszug: Die Einsicht in das Grundbuch beim zuständigen Amtsgericht gibt Aufschluss über die Eigentumsverhältnisse, Belastungen (z.B. Hypotheken, Grundschulden), Beschränkungen (z.B. Nießbrauch, Wegerechte) und Dienstbarkeiten, die auf dem Grundstück lasten. Flächennutzungsplan und Bebauungsplan: Diese Pläne, einsehbar beim Stadtplanungsamt Frankfurt, legen fest, wie das Grundstück genutzt werden darf (z.B. landwirtschaftliche Nutzung, Wohnbebauung). Sie sind entscheidend für die zukünftige Nutzung der Farm. Altlastenverzeichnis: Die Überprüfung des Altlastenverzeichnisses beim Umweltamt gibt Auskunft darüber, ob das Grundstück durch frühere Nutzungen (z.B. industrielle Tätigkeiten) kontaminiert ist. Bodenuntersuchungen: Bei Verdacht auf Kontamination sind Bodenuntersuchungen ratsam, um das Ausmaß der Belastung festzustellen und Sanierungskosten abzuschätzen. Pachtverträge: Sind Flächen verpachtet, müssen die bestehenden Pachtverträge geprüft werden, da diese in der Regel auf den Käufer übergehen. Kündigungsfristen und Pachtzinsen sind hierbei besonders relevant. Baurechtliche Genehmigungen: Für bestehende Gebäude sind die entsprechenden Baugenehmigungen einzusehen, um sicherzustellen, dass diese rechtmäßig errichtet wurden. Landwirtschaftliche Genehmigungen: Für bestimmte landwirtschaftliche Tätigkeiten (z.B. Tierhaltung in größerem Umfang) sind spezielle Genehmigungen erforderlich. Diese müssen vor dem Kauf geprüft werden, um sicherzustellen, dass die geplante Nutzung zulässig ist. Erhaltungszustand der Gebäude: Eine Begutachtung der Gebäude durch einen Sachverständigen ist empfehlenswert, um den Zustand der Bausubstanz festzustellen und mögliche Reparaturkosten abzuschätzen.

2. Kaufvertrag und Notar

Der Kaufvertrag für eine Farm muss notariell beurkundet werden (§ 311b BGB). Der Notar ist verpflichtet, beide Parteien über die rechtlichen Konsequenzen des Vertrages aufzuklären und sicherzustellen, dass der Vertrag rechtssicher ist. Der Kaufvertrag sollte folgende Punkte enthalten:

Parteien: Vollständige Namen und Adressen von Käufer und Verkäufer. Kaufgegenstand: Genaue Bezeichnung der Farm mit Flurstücksnummern und Größe. Kaufpreis: Höhe des Kaufpreises und Zahlungsmodalitäten. Übergang von Besitz und Nutzen: Zeitpunkt, zu dem der Käufer die Farm nutzen darf. Gewährleistung: Regelungen zur Gewährleistung für Sachmängel. In der Regel wird die Gewährleistung für gebrauchte Immobilien ausgeschlossen, es sei denn, der Verkäufer hat Mängel arglistig verschwiegen. Belastungen: Auflistung aller Belastungen und Beschränkungen, die auf dem Grundstück lasten. Auflassungsvormerkung: Eintragung einer Auflassungsvormerkung im Grundbuch, um den Anspruch des Käufers auf Eigentumsübertragung zu sichern. Finanzierungsvorbehalt: Falls der Käufer den Kaufpreis über eine Bank finanzieren muss, sollte ein Finanzierungsvorbehalt in den Vertrag aufgenommen werden.

3. Genehmigungen und Vorkaufsrechte

Grundstücksverkehrsgesetz (GrdstVG): Der Kauf landwirtschaftlicher Flächen unterliegt dem GrdstVG. Dieses Gesetz dient dem Schutz der Landwirtschaft und soll verhindern, dass landwirtschaftliche Flächen an nicht-landwirtschaftliche Unternehmen oder Personen verkauft werden, die die Flächen nicht ordnungsgemäß bewirtschaften können. Der Kaufvertrag muss daher in der Regel von der zuständigen Genehmigungsbehörde (in Hessen das Regierungspräsidium) genehmigt werden. Die Genehmigung wird erteilt, wenn keine Versagungsgründe vorliegen, z.B. wenn der Käufer nicht in der Lage ist, die Farm ordnungsgemäß zu bewirtschaften oder wenn ein Landwirt aus der Region ein Vorkaufsrecht ausüben möchte. Vorkaufsrechte: Neben dem Vorkaufsrecht nach dem GrdstVG können auch andere Vorkaufsrechte bestehen, z.B. zugunsten von Pächtern, Nachbarn oder der Gemeinde. Diese Vorkaufsrechte müssen vor dem Kauf geprüft werden. Die Gemeinde Frankfurt am Main hat in bestimmten Gebieten ein Vorkaufsrecht, das sie ausüben kann, um städtebauliche Ziele zu verwirklichen.

4. Grunderwerbsteuer und weitere Kosten

Grunderwerbsteuer: Für den Kauf einer Farm fällt Grunderwerbsteuer an. In Hessen beträgt der Steuersatz 6,0 % des Kaufpreises. Notar- und Gerichtskosten: Für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrages und die Eintragung im Grundbuch fallen Notar- und Gerichtskosten an. Diese betragen in der Regel ca. 1,5 % des Kaufpreises. Maklerprovision: Falls ein Makler am Kauf beteiligt ist, fällt eine Maklerprovision an. Die Höhe der Provision ist frei verhandelbar, liegt aber in der Regel zwischen 3 % und 6 % des Kaufpreises zzgl. Mehrwertsteuer.

5. Übergang des Eigentums

Nachdem der Kaufpreis bezahlt wurde und alle Genehmigungen vorliegen, wird der Käufer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Mit der Eintragung geht das Eigentum an der Farm auf den Käufer über.

6. Besonderheiten bei landwirtschaftlichen Betrieben

Beim Kauf eines landwirtschaftlichen Betriebes sind zusätzlich folgende Aspekte zu beachten:

Bewertung des Inventars: Neben dem Grundstück und den Gebäuden gehören zum landwirtschaftlichen Betrieb oft auch Inventar (z.B. Maschinen, Geräte, Vieh). Dieses Inventar muss bewertet und im Kaufvertrag berücksichtigt werden. Betriebsübergabe: Falls der Verkäufer den Betrieb bisher selbst bewirtschaftet hat, muss die Übergabe des Betriebes (z.B. Übergabe von Know-how, Kundenbeziehungen) geregelt werden. Landwirtschaftliche Förderung: Es ist zu prüfen, ob der Betrieb von landwirtschaftlichen Förderprogrammen profitiert. Diese Förderungen können an bestimmte Bedingungen geknüpft sein, die der Käufer erfüllen muss.

7. Fazit

Der Kauf einer Farm in Frankfurt am Main ist ein komplexer Prozess, der eine sorgfältige Planung und rechtliche Beratung erfordert. Die Beachtung der oben genannten rechtlichen Verfahren ist entscheidend, um einen reibungslosen und rechtssicheren Erwerb zu gewährleisten. Es empfiehlt sich, frühzeitig einen Rechtsanwalt oder Notar mit Erfahrung im Immobilien- und Landwirtschaftsrecht zu konsultieren, um sich umfassend beraten zu lassen.

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Alexey Ivanov
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